Jahresrückblick 2012: NRW-Lokalradios im Gespräch mit Prominenten aus NRW
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Julius Brink, Jonas Reckermann und Sasha ziehen Bilanz

Oberhausen, 21. Dezember 2012
Es ist eine Premiere: Erstmalig haben die NRW-Lokalradios Prominente aus NRW eingeladen, um mit ihnen gemeinsam auf das zurückliegende Jahr zu blicken. Themen gab es in 2012 viele und daher auch jede Menge zu besprechen. Und so wurde es sehr unterhaltsam, als Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die Olympiasieger im Beachvolleyball – Julius Brink und Jonas Reckermann – sowie der Musiker Sasha im Studio 3 der NRW-Lokalradios eintrafen, um mit Nachrichtenchef und Moderator Marc Weiß die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen. Diskutiert wurde über alles, was in den Bereichen Politik, Sport und Boulevard in 2012 Schlagzeilen gemacht hat. Herausgekommen ist eine fast einstündige Talkrunde, die zahlreiche ernsthafte, aber auch sehr viele kurzweilige Momente produziert hat. Ausgestrahlt wird der Jahresrückblick bei den NRW-Lokalradios am Freitag, 28.Dezember 2012, von 12.00 bis 14.00 Uhr. Eine Wiederholung gibt es am Sonntag, 30. Dezember 2012, ab 12.00 Uhr (Die Wiederholung wird nicht von allen NRW-Lokalradios in gleichem Maß übernommen).

Nachfolgend hier vorab ein paar Highlights aus dem Jahresrückblick-Gespräch 2012:

Thema: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück – hat er eine Chance gegen Bundeskanzlerin Merkel bei der nächsten Bundestagswahl?

Hannelore Kraft: „Ja, natürlich. Ich unterstütze ihn nicht nur aus Parteizugehörigkeitsgründen… Peer Steinbrück ist jemand, der wirklich was drauf hat, der klare Kante spricht und der sehr geradlinig ist. Und wenn er mir eins auch beigebracht hat, dann ist es, dass man sich mit einem Team von Menschen umgeben muss, die anders ticken als man selbst und dass man gut zuhören muss – und das kann er. Er ist ein echter Teamplayer. Und das, glaube ich, unterscheidet ihn auch von politischen Mitbewerberinnen und -bewerbern und deshalb wird er auch gewinnen.“

Jonas Reckermann: „Ich finde, er ist auf jeden Fall ein interessanter Kandidat. Er ist kein glattgespülter Politiker, sondern jemand, der Ecken und Kanten hat. Das macht die Sache nicht uninteressanter. Ich freue mich darauf, dass zumindest eine starke Person Frau Merkel gegenübersteht. Das kann ein interessanter Wahlkampf werden.“

Thema: EURO-Krise – Kann man das Wort noch hören?

Hannelore Kraft: „Man muss es hören. Dafür ist das Thema einfach zu wichtig… Was wir da tun, ist schwierig, aber wir müssen wirklich Schritt für Schritt vorangehen und müssen dafür sorgen, dass eine Brandmauer da ist. Wir kaufen uns damit aber nur Zeit. Was mich stört, ist, dass wir nichts wirklich in Gang setzen, diese Zeit zu nutzen und Strukturen so zu verändern, dass wir aus der Krise auch dauerhaft rauskommen… Dieser Hochgeschwindigkeitshandel, der an den Börsen losläuft, das ist doch Wahnsinn. Da geschieht irgendetwas auf der Welt, es gibt eine Reaktion und plötzlich gehen im Handel Automatismen los, die die Börse zum Abstürzen bringen. Das sind alles Strukturen, die nicht gesund sind und wo wir endlich ran und Regulierungen reinziehen müssen. Freie Märkte sind am Ende nicht für uns alle gut. Und deshalb muss man hier Mut zeigen und regulieren. Diesen Mut sehe ich aber im Moment nicht.

Irgendwann kam ich mit Bankprodukten wieder in Berührung und war überrascht, was es plötzlich für Produkte gab, die ich gar nicht kannte. Dann haben die mir ein System erklärt, bei dem es nur Gewinner gibt. Da habe ich da gesessen und gesagt, dass ich das nicht glaube. Das kenne ich – das heißt Kettenbrief. Da bin ich mal mit 17 Jahren drauf reingefallen, das passiert mir nicht mehr. Aber das sind in der Tat Produkte, die da vertrieben werden, und wir lassen das zu. Wir lassen zu, dass Rating-Agenturen das Wohl und Wehe der Welt bestimmen. Drei Rating-Agenturen, die in den USA sitzen und keiner weiß, welche Interessen finden da eigentlich statt. Das sind einfach Dinge, die mich stören…“

Jonas Reckermann: „Ich glaube, man muss da schon sehr tief einsteigen, um das ganze Thema wirklich umfassend zu verstehen… Ich habe weder die Zeit noch die Muße, mich so tief damit zu befassen. Ich bin kein Aktientyp, ich spekuliere selber nicht. Trotzdem verfolge ich die Diskussion, weil mir bewusst ist, dass es verdammt wichtig ist und jeden betrifft.“

Thema: US-Präsidentschaftswahlkampf

Julius Brink: „Ich fand es erschreckend, welche Summen dort ausgegeben wurden bei den Problemen, die dort herrschen. Es ging ja auch verstärkt um das Gesundheitssystem. Ich finde es schon ein Stück weit pervers, wenn man sich die Summen für den Wahlkampf anschaut und die Thematiken, die dort besprochen werden. Das ist für mich eine Welt, von der ich hoffe, dass wir da nicht in naher Zukunft hinkommen… Dieser ganze Konfetti-Regen hatte für mich sehr wenig mit inhaltsreicher Politik zu tun.“

Hannelore Kraft: „Diese Amerikanisierung von Wahlkampf – ich hoffe, dass uns (Deutschland) da Einiges erspart bleibt.“

Thema: Fußball-EM in Polen und der Ukraine – Ist die deutsche Nationalmannschaft in einer Krise?

Sasha: „Ich habe immer an Jogi Löw und an sein Team geglaubt. Sie haben es ja auch so schlecht nicht gemacht. Aber so langsam fange auch ich das Zweifeln an, weil er nicht das Allerletzte rausholt. Irgendetwas fehlt da. Die Spieler sind da, wir könnten jederzeit Weltspitze spielen… und da muss es passieren, dass man Höchstleistungen abruft. Und das ist nicht immer der Fall.“

Hannelore Kraft: „Ich finde, es sind zu viele Bayernspieler in der Nationalmannschaft.“

Julius Brink: „Stefan Kießling muss in die Nationalmannschaft. Er schießt verdammt viele Tore. Und ich finde, er muss bei der Quote eine Chance bekommen. Was Jogi Löw aber geschafft hat, ist, dass es wieder einen Kampf um die Plätze gibt… Man darf auch nicht vergessen, was sie (die Nationalmannschaft) uns gebracht haben in den Spielen. Es gab wieder die Public-Viewing-Bilder. Die haben schon wieder unwahrscheinlich viel Begeisterung bei uns geweckt… Ich finde es schwierig, immer wieder die Position des Bundestrainers in Zweifel zu ziehen. Insgesamt macht er (Löw) einfach einen sensationellen Job.“

Thema: „Wetten dass…?“ – Ist Markus Lanz der Richtige?

Hannelore Kraft: „Die erste Sendung war okay… Er hat es anders gemacht als sein Vorgänger. Ich habe es dann aber nicht mehr geguckt, muss ich ehrlich sagen. Es hatte sich auch ein Stück weit verbraucht. Auch die Art und Weise, wie dort Künstler präsentiert wurden, fand ich nicht so gut. Er (Lanz) hat es anders probiert. Ich habe aber auch die letzte Sendung nicht mehr gesehen, muss ich gestehen… Ich sehe aber gerne seine Talkrunde. Da sitzen Leute zusammen, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen, so wie heute hier. Und das ist, auch wenn man selber da sitzt, viel interessanter, als wenn lauter Politiker um mich rumsitzen, wo ich eh weiß, welchen Satz er mir gleich auf meinen wiedergibt.“

Sasha: „Ich gucke das schon. Mich hat es auch interessiert. Ich hatte so eine Mischung aus ‚Okay, bekommt er hin, ist noch ein bisschen unsicher, wackelt noch ein bisschen in den Knien‘ bis hin zum absoluten Fremdschämen. Es war alles dabei. Einem mehrfachen Oscar-Gewinner ein Hasen-Hütchen aufzusetzen und um ihn herumzuspringen mit einem Sack, das ist zu doll. Das war drüber. Egal, welcher Gast – so etwas macht man nicht. Trotzdem ist Markus Lanz ein würdiger Nachfolger, er hat nur seine Linie noch nicht gefunden. Manchmal macht er noch zu viel Gottschalk. Ich mag z. B. nicht, wenn er die Hand der Leute nimmt. Das hat Gottschalk auch immer gemacht. Da knirschen bei mir Zähne. Ich persönlich mag Markus Lanz sehr. Er ist ein guter Typ. Daher würde ich ihm generell noch ein paar Anläufe geben.“

Jonas Reckermann: „Ich kann das nur bestätigen. Er (Lanz) ist ein super Typ, super nett, wissbegierig. Er kommt ja in der Öffentlichkeit so eher als Schwiegermutters Liebling und sehr angepasst rüber. Das ist er gar nicht. Er ist ein sehr interessanter Typ… Manchmal wirkt er noch wie ein Wettbewerbstyp, der nach und nach seine Punkte abhakt.“

Julius Brink: „Kritik ist ja gut. Aber wir müssen auch mal die Kirche im Dorf lassen. Er (Lanz) ist ein verdammt junger Talkmaster. Vor einem Jahr war er noch der Nachfolger von Kerner und war froh, wenn er kochen durfte – auf gut Deutsch gesagt. Ich finde, er (Lanz) hat sich Schritt für Schritt rangearbeitet. Und privat ist er nochmal cooler und lockerer als im Fernsehen.“

Thema: Castingshows in 2012

Sasha: „Ich gucke gar keine dieser Shows, da bekomme ich Aggressionen. Außer ‚The Voice of Germany‘ – das ist die einzige Show, die ich geschaut habe. Weil es – zumindest in der ersten Staffel – die beste Casting-Show war. War, sage ich bewusst, weil sie sich so langsam auch ein bisschen in eine doofe Richtung entwickelt hat in der letzten Staffel. Aber die erste Staffel fand ich sehr erfrischend. Da ging es um Musik und tatsächliche Stimmtalente und natürlich auch um eine gute, frische Jury, die aus Top-Künstlern bestand. Insofern habe ich das gerne gesehen.“

Hannelore Kraft: Es gibt einen wichtigen Unterschied (zu anderen Castingshows): Die (The Voice of Germany) gehen anders mit den Kandidaten um. Ich kann das, was da in anderen Castingshows so zum Teil abgeht, wie die zum Teil auch auf denen rumtrampeln, nicht ertragen.“

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