Herbert Grönemeyer stellt neue Strophe seines Songs „Bochum“ bei den NRW-Lokalradios vor
Neuauflage des Kulthits feiert Premiere bei den NRW-Lokalradios

Oberhausen, 13. März 2015
Auf Herbert Grönemeyer ist einfach Verlass: Im vergangenen Jahr versprach Deutschlands erfolgreichster Künstler, die neu getextete Strophe seines Kulthits „Bochum“ einzusingen und damit bei den NRW-Lokalradios Premiere zu feiern. Jetzt stattete Grönemeyer den NRW-Lokalradios einen Besuch ab und präsentierte stolz seine Neuaufnahme, die die NRW-Lokalradio-Hörerin Ursula Tharr kreiert hatte. 2014 zum 30-jährigen Jubiläum des Albums „4630 Bochum“ hatten Radio Bochum und die WAZ ihre Hörer und Leser aufgerufen, eine neue Strophe für diesen Kulthit zu texten.

Bei seinem Besuch hatte NRW-Lokalradio-Moderatorin Nina Tenhaef die Gelegenheit, mit Herbert Grönemeyer zu sprechen:

Die neue Strophe deines Kulthits „Bochum“ ist eingesungen. Wie fühlt sich das an? 
„Gut, die Strophe ist sehr sehr schön, wunderbar geschrieben und passt sich gut ins Lied ein. Sie macht das Lied sogar noch etwas wärmer, etwas zurückgelehnter und intensiver. Wunderbar, es fühlt sich sehr gut an“, so Herbert Grönemeyer.

Das besondere an der Strophe ist ja, dass sie ein Gemeinschaftsprojekt von dir und deinen Fans ist. Es gab mehr als 700 Einsendungen mit Vorschlägen. Eine Jury hat dann 33 ausgesucht und du durftest dann selbst auch noch mal auswählen. Wie war das, wenn man vor so einem Stapel Texten sitzt? Nach welchen Kriterien wählt man da aus?
„Ja, erst einmal waren wir wirklich perplex, wie viele Menschen sich daran beteiligt haben. Dann war es wirklich verblüffend, wie viel wirklich tolle Sachen eingereicht wurden. Man geht hin und guckt, was man findet. Man fragt sich: Was vermittelt die Situation? Wie empfindet man selbst Bochum? … Wie lässt sich das singen? … Welche Zärtlichkeit hat das? Das war alles in diesen Zeilen drin, so habe ich sie dann ausgewählt.“

Ist es schwieriger, Texte von anderen zu singen als von einem selbst? 
„Nein, eher umgekehrt. Ich singe gerne Texte von anderen. Ich habe immer jemanden gesucht, der für mich textet. Den habe ich leider aber nicht gefunden. Ich singe viel lieber die Texte von anderen, weil ich diese von außen betrachten kann. Denn ich halte mich ja für einen wunderbaren Sänger und dann kann ich sie singen wie ein Instrumentalist. Wenn ich meine eigenen Texte singe, bin ich angespannt, dann bin ich nervös. Ich weiß dann nie, sind sie gut oder sind sie das nicht? Ist das kitschig? Hat das was? Da bin ich viel aufgeregter. Aber wenn ich Texte von anderen singen kann – das habe ich ja früher zum Teil sowieso gemacht, als ich noch viel Englisch gesungen habe –, ist es einfacher, ist es schöner. Dann kann ich mich als Sänger reinfallen lassen, singen und interpretieren. Dann habe ich nicht den Druck. Das ist etwas ganz anderes“, verrät der deutsche Superstar im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Begegnen die Menschen dir auf der Straße mit Ehrfurcht? Ich habe eine Geschichte gehört, dass eine Frau, bei der du an der Supermarktkasse standest, sich nicht getraut hat, dich anzusprechen. Sie war so aufgeregt, dass das einzige, woran sie sich erinnern konnte war, dass du Reibekuchen gekauft hast.   
„Das würde ich jetzt nicht so sagen. Ich glaube, es ist eher umgekehrt. Die Menschen im Ruhrgebiet, speziell auch in Bochum, sind sehr direkt und so werde ich hier auch oft angesprochen. Man geht mit mir an sich sehr freundschaftlich und offen um. Das ist auch sehr wohltuend, muss ich sagen“, freut sich Grönemeyer.

Ist Reibekuchen eigentlich dein Lieblingsessen?
„Ich esse Reibekuchen verdammt gerne, ehrlich gesagt. Meine Mutter machte sie immer und dann gab es ein Wettessen bei uns zu Hause, wer die meisten essen kann. Wir lagen zum Teil bei 15 bis 16 Stück, die wir geschafft haben. Ich esse sie irrsinnig gerne, ja.“

Vielleicht kann Ursula Tharr beim nächsten Song, den ihr beiden zusammen textet, ein paar Reibekuchen machen?
„Ja, wir können dann einen Reibekuchen-Song machen und das Rezept besingen“, scherzt Herbert Grönemeyer zum Abschluss.

Die neu getextete Strophe von „Bochum“ lautet:

Du hast den Ruß abgewaschen,
und deine Öfen sind kalt.
Doch Deine Zechen sind voll Leben.
Hier wird getanzt, gelacht,
Das Morgen ausgedacht.
Gefördert wird was lebt.

Die Neuauflage von „Bochum“ ist momentan noch nicht im Handel erhältlich und steht auch nicht zum Download bereit. Zu hören ist sie derzeit nur bei den NRW-Lokalradios.

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