Alexander Gauland zu Gast bei den NRW-Lokalradios
AfD-Spitzenkandidat im Interview: „Die AfD ist ein gäriger Haufen“

Oberhausen, 1. September 2017
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Zu Gast war dieses Mal Dr. Alexander Gauland, Spitzenkandidat der der AfD. Im Gespräch mit Nachrichtenchef Marc Weiß gab er einige Einblicke in den AfD-Wahlkampf und die Themen, die diese Partei bewegen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

Deutschland geht es gut. Das Wirtschaftswachstum ist positiv, die Beschäftigung hoch und Lebensqualität gut. Die AfD sagt trotzdem, dass in diesem Land vieles falsch läuft. Ist das nicht Jammern auf hohem Niveau?
„Wenn wir schon von wirtschaftlichem Erfolg reden, dann hat Frau Merkel damit am wenigsten zu tun. Sondern wenn man davon redet, muss man leider zugeben, dass Gerhard Schröder und die SPD daran mehr Anteile haben. Aber darum geht es mir nicht. Mir geht es um die kulturellen Veränderungen in diesem Land. In westdeutschen Großstädten verändert sich die Welt durch diesen Flüchtlingszustrom in einer Weise – denken Sie an die Kriminalität, denken Sie an die Anschläge von Würzburg und Ansbach –, da kann man doch nicht sagen, es ist alles okay“, so Alexander Gauland.

Sie sind 76 Jahre alt, 40 Jahre davon CDU-Mitglied, und jetzt starten Sie in diesem Alter als Spitzenkandidat für AfD. Was motivierte Sie zu solch einem ungewöhnlichen Schritt?
„Um die Spitzenkandidatur habe ich mich nicht beworben, die wollte die Partei von mir, nachdem Frauke Petry ja nicht bereit war, die Spitzenkandidatur zu übernehmen. Aber, was treibt mich an? Ich habe eine Veränderung der CDU erlebt, die für mich innerlich nicht akzeptabel war. Dabei ging es nicht um die Flüchtlingspolitik, die gab es damals gar nicht. Es ging aber z. B. um die völlig absurde Energiewende oder die Tatsache, dass in der Union sieben Wochen vor Abschaffung der Wehrpflicht noch die Wehrpflicht leidenschaftlich verteidigt wurde und kurze Zeit später war sie weg. Das heißt, diese Partei hat keine Inhalte mehr.
Sie vertritt irgendetwas und morgen das Gegenteil. Und wenn sie mit den Grünen zusammenarbeiten will, dann wird es eine grüne Position und wenn die Liberalen drankommen, muss es ein bisschen liberal sein. Das finde ich alles ganz furchtbar. Ich bin noch in einer Union groß geworden, in der man um Inhalte gerungen hat. Das ist doch alles in der Union vorbei“, wirft der AfD-Spitzenkandidat der CDU vor.

In Ihrem Wahlprogramm steht, dass Sie die Grenzen schließen würden, wenn die AfD Regierungsverantwortung hätte, damit kein Flüchtling mehr reinkommt? Gilt das auch für Flüchtlinge aus Syrien, die vor Krieg fliehen?
„Das Problem ist doch, dass alle, die an der ungarischen Grenze waren, in dieses Land gekommen sind und dass wir nachträglich mühselig organisieren, ob da auch Verfolgte dabei sind, was ich überhaupt nicht bestreiten will. Das geht eben nicht. Aber wenn ich lese, dass sie (Anmerk. Angela Merkel) den Nachzug für Syrer ab 2018 ins Auge fasst, dann bedeutet das bei 390.000 Syrern 1,2 Millionen Menschen, die in dieses Land kommen, obwohl sie nur subsidiären Schutz haben und ihr Syrien wiederaufbauen sollten und müssen, in dem Moment, wo der Bürgerkrieg dort zu Ende ist. Da kann man diese Menschen hier nicht integrieren“, sagt Alexander Gauland.

Aber wer kann schon abschätzen, wie lange der Krieg in Syrien noch anhält? Das kann ja noch sehr lange dauern.
„Das mag schon noch lange dauern. Aber es ist doch keine Lösung, dass ich einen subsidiären Schutz ausweite nach dem Motto wie Frau Merkel so schön sagt ‚Nun sind sie einmal hier, diese Flüchtlinge‘. Das ist keine Politik. Das ist das Hinnehmen von Entwicklungen, die dazu führen werden, dass wir dieses Deutschland am Ende nicht mehr wiedererkennen werden“, so Gauland weiter.

Die AfD macht als Partei einen sehr gespaltenen Eindruck, die einzelnen Positionen liegen weit auseinander. Wie bekommen denn die Wähler das, was sie gewählt haben, wenn die Partei so dermaßen personell und inhaltlich zerstritten ist?
„Die Wähler sehen ja, dass wir diskutieren und manchmal – das will ich gerne zugeben – zu heftig streiten. Und bis jetzt haben sie es, weil wir eine junge und anarchische Partei sind, – ich sage immer, es ist ein gäriger Haufen – auch akzeptiert. Das sind ja alles keine inhaltlichen Auseinandersetzungen, da ist das meiste Befindlichkeit, so ist das mal unter Menschen“, erklärt der AfD-Spitzenkandidat das Agieren seiner Partei.

Die NRW-Lokalradios führen im Rahmen der Bundestagswahl Interviews mit den Spitzenkandidaten, deren Parteien im Bundestag bereits vertreten sind, und/oder aussichtsreiche Chancen auf den Einzug in den Bundestag nach dem 24. September haben. Das gesamte Interview mit Alexander Gauland senden die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 19.00 und 20.00 Uhr*.

* Wird nicht von allen NRW-Lokalradios in vollem Umfang und zeitgleich übernommen.

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