Christian Leye zu Gast bei den NRW-Lokalradios
Linken-Spitzenkandidat im Interview: „Soziale Gerechtigkeit gibt es nicht zum Nulltarif“

Oberhausen, 2. Mai 2017
Im Rahmen des Landtagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die NRW-Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Heute war der Landessprecher und Spitzenkandidat der Linken in NRW, Christian Leye, zu Gast. Im Gespräch mit dem Leiter des Landtagsstudios Düsseldorf, José Narciandi, sprach er über viele Themen die im Wahlkampf gerade im Fokus stehen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

Eine Aussage von Winston Churchill lautet: „Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch links ist, hat keinen Verstand.“ Wie steht der 35-jährige Christian Leye zu dieser These? „Ich würde den Spruch ergänzen: Wer mit 40 noch Kommunist bzw. Linker sein möchte, muss entsprechend lesen und sich bilden, warum. Von links kommen die Antworten auf die großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Das große Thema – auch in diesem Wahlkampf – ist soziale Ungerechtigkeit. Wir haben 17,5 Prozent Arme in Nordrhein-Westfalen. Drei Millionen allein im Ruhrgebiet, hier ist jeder fünfte von Armut betroffen – bei Kindern ist es besonders schlimm… Und die Antworten auf diese Probleme kommen heute von links“, so Christian Leye.

Leyes Motto in der Politik ist, die soziale Ungerechtigkeit zu bekämpfen und sich dafür mit den Mächtigen anzulegen. Dafür braucht man aber eine breite Brust oder? „Ja, die Geschichte ist eigentlich, dass wir in diesem Wahlkampf viel über soziale Ungerechtigkeit reden und man sich in den Problembeschreibungen relativ nah ist. Wo man sich aber nicht nah ist, ist die Frage, wie man es ändert. Wir leben in einer Gesellschaft, die sehr reich ist, aber der Reichtum ist sehr ungleich verteilt. Und natürlich muss man umverteilen. Soziale Gerechtigkeit gibt es nicht zu Nulltarif. Man muss denen, die einen absurden Reichtum haben und gar nicht mehr wissen, wohin damit, … etwas wegnehmen und umverteilen dorthin, wo es dringend gebraucht wird. Es ist noch nicht einmal so, dass man etwas wegnimmt, genauer gesagt holt man etwas zurück. Denn die extrem Reichen sind die einzigen, die in den letzten Jahren wirklich profitiert haben von der Politik der letzten Jahre auf Kosten von Menschen mit wenigen und mittleren Einkommen. Und wir wollen es zurückholen. Dafür muss man sich mit dieser ökonomischen Klasse anlegen“, sagt der Landessprecher der NRW-Linken.

Will Die Linke in NRW künftig mitregieren? Wie kompromissbereit wäre die Partei z. B. hinsichtlich einer Koalition mit der SPD und den Grünen? „Wir haben in diesem Wahlkampf sehr deutlich gemacht, dass wir als Linke bereit sind, Regierungsverantwortung in Nordrhein-Westfalen zu übernehmen, aber dass sich dafür die Politik ändern muss. Unser Ziel ist es nicht, dass Hannelore Kraft Ministerpräsidentin bleibt und ansonsten geht es so weiter wie bisher – dafür machen wir keine Politik. Es muss sich substanziell etwas ändern. Und das sehen wir im Moment nicht. Das sieht man auch daran, dass sich Hannelore Kraft in alle Richtungen Koalitionen offenhält. Nur bei den Linken sagt sie, dass es gut wäre, wenn sie nicht in den Landtag kommen würden. Und das zeigt, dass sie eigentlich Angst hat, all die sozialen Versprechungen, die sie jetzt im Wahlkampf macht, wirklich umzusetzen. Sie wird sich entscheiden müssen: Soziale Gerechtigkeit mit der FDP? Das möchte ich sehen, wie das funktioniert“, so Christian Leye im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Die NRW-Lokalradios führen im Rahmen der NRW-Landtagswahl Interviews mit den Spitzenkandidaten, deren Parteien im Landtag bereits vertreten sind, und/oder aussichtsreiche Chancen auf den Einzug in den Landtag nach dem 14. Mai haben. Das gesamte Interview mit Christian Leye senden die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 19.00 und 20.00 Uhr.

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