Martin Schulz im Interview bei den NRW-Lokalradios
SPD-Kanzlerkandidat gegen Amtszeitbegrenzung bei Regierungschefs

Oberhausen, 6. September 2017:
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Zu Gast war heute SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Im Gespräch mit Chefreporter Timo Schnitzer gab er einige Einblicke in den SPD-Wahlkampf und die Themen, die ihn und seine Partei bewegen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

Neben den politischen Inhalten zählen im Wahlkampf auch immer mehr weiche Faktoren wie Auftreten, Sympathiewerte und das Aussehen der Kandidaten. Martin Schulz muss sich oft Anfeindungen aussetzen, die sein äußeres Erscheinungsbild bzw. seinen Bildungsstatus (kein Abitur) betreffen. Woher kommen diese Agitationen und wie reagiert er darauf?
„Das sind Briefe, die ich bekomme, das sind Artikel in Zeitungen von Leuten, die sich für die Elite dieses Landes halten und dann die Frage stellen, ob einer mit Bart, ob einer, der sich Anzüge von der Stange kauft, einer der ein Kassengestell trägt und aussieht wie ein Sparkassenangestellter (überhaupt Kanzler werden kann). Was für eine Arroganz drückt das eigentlich aus? Was ist negativ an einem Sparkassenangestellten? Ein anderer hat geschrieben ‚hat den Charme eines Zugschaffners‘. Was ist eigentlich an einem Zugschaffner auszusetzen? Ich kämpfe gegen diese arrogante Haltung und möchte, dass Menschen, die unser Land am Laufen halten, … respektiert werden. Aber, was sich in dieser Haltung einem Mann wie mir gegenüber ausdrückt, ist die Verachtung dieser Leute gegenüber den hart arbeitenden Menschen in diesem Land“, ärgert sich Martin Schulz.

Wie fällt seine Analyse des gemeinsamen TV-Duells mit Angela Merkel aus?
„Man kann immer Dinge besser machen, klar. Wir haben das schon an dem Abend analysiert. Aber ich habe Frau Merkel in einigen Punkten schon sehr deutlich gestellt. Und es war schon deutlich, dass das die Konkurrenz einer Politik des Ungefähren gegenüber einer Politik der klaren Aussagen war“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat selbstbewusst.

Zwölf Jahre ist Angela Merkel mittlerweile an der Macht. Was hält Martin Schulz davon, die Amtszeit zu begrenzen wie es z. B. in der den USA üblich ist? Wäre das nicht viel demokratischer?
„Nein, ich glaube nicht. Das ist die freie und souveräne Entscheidung eines Volkes, ob es eine erfolgreiche Regierungschefin oder einen erfolgreichen Regierungschef wiederwählen oder nicht wiederwählen will. Was wir ja jetzt erleben ist, dass Angela Merkel weitgehend in ihrer Perspektive für die Zukunft erschöpft ist. Und es gibt ein ganz interessantes Phänomen, wenn Sie sich die Umfragen anschauen: Bei den jungen Leuten führe ich in den Umfragen vor Angela Merkel. Und das spricht eben dafür, … dass die jungen Leute sehr genau spüren, dass Angela Merkel die Vergangenheit verwalten, während ich die Zukunft gestalten will. Und die Zukunft ist die Zukunft dieser jungen Leute“, so Martin Schulz im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Die Koalitionsfrage zu stellen, lohnt wahrscheinlich kaum oder doch?
„Es kommt darauf an, welche Fragen Sie stellen. Wer nach der Wahl auf der Grundlage unseres Programms mit uns reden will, der ist herzlich eingeladen, dies zu tun. In Deutschland werden keine Koalition gewählt, sondern Parteien…. Die Wählerinnen und Wähler – also das Souverän – setzen das Parlament zusammen. Und es ist Aufgabe der Parteien, nach der Wahlentscheidung der WählerInnen zu schauen, wie man eine Regierung bildet… Die Aufgabe der Politik ist es, Programme vorzulegen. Dabei gibt es einen ganz klaren Punkt: Wer den Euro infrage stellt, wer die Europäische Union infrage stellt, wer den Ausbau Europas oder die internationalen Verpflichtungen der Bunderepublik im Rahmen ihrer internationalen Strukturen, also der NATO, infrage stellt, der kann in einer von mir geführten Regierung nicht mitarbeiten“, stellt der SPD-Kanzlerkandidat klar.

Zum Schluss im sogenannten Fragen-Roulette verrät Martin Schulz den NRW-Lokalradiohörern noch seine geheime Leidenschaft, die selbst die Mitarbeiter in seinem Team noch nicht kannten: „Meine geheime Leidenschaft sind schwarzer Kaffee, sehr gesüßt mit Zucker und Zartbitterschokolade dazu“.

Die NRW-Lokalradios führen im Rahmen der Bundestagswahl Interviews mit den Spitzenkandidaten, deren Parteien im Bundestag bereits vertreten sind, und/oder aussichtsreiche Chancen auf den Einzug in den Bundestag nach dem 24. September haben. Das gesamte Interview mit Martin Schulz senden die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 19.00 und 20.00 Uhr.

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