Jahresrückblick-Interview der NRW-Lokalradios:
Armin Laschet, Christian Heidel, Adel Tawil und Guido Cantz blicken auf 2017 zurück

Oberhausen, 6. Dezember 2017
Der Dezember ist traditionell der Monat, in dem man noch einmal auf die Ereignisse des ganzen Jahres zurückblickt. Auch die NRW-Lokalradios lassen das ereignisreiche Jahr Revue passieren. Als Gesprächspartner im Jahresrückblick-Interview für die NRW-Lokalradios freute sich Nachrichtenchef Marc Weiß über Ministerpräsident Armin Laschet, Christian Heidel, Sportvorstand von Schalke 04, Singer und Songwriter Adel Tawil und Moderator und Comedian Guido Cantz. Das Interview fand heute im NRW-Landtag statt. Hier einige Auszüge aus dem Interview:
Das aktuellste Thema sind mit Sicherheit die gescheiterten Jamaika-Sondierungsgespräche bzw. die mögliche Neuauflage der Groko. Gudio Cantz hat eine sehr klare Meinung darüber: „Ich finde das eine ziemliche Unverschämtheit, ehrlich gesagt. Ich denke, es gab ein Wahlergebnis und die SPD sagt direkt am Sonntag, wir wollen keine Groko machen. Jamaika war möglich und ich fühle mich als Wähler da im Moment nicht so ganz ernst genommen… Ich denke, es war der Auftrag der Wähler und deshalb bin ich im Moment sehr enttäuscht, dass die FDP die Flinte ins Korn geworfen hat“, so Cantz.

Auch Adel Tawil bedauert das Nichtzustandekommen von Jamaika: „Ich glaube, es wäre auch sehr spannend geworden. Die Menschen haben sich darauf eingestellt, auch die, die die vorher nicht damit gerechnet haben, dass es eine Jamaika-Koalition geben könnte, dass es einfach ein neues Projekt ist und neuer Wind durchs Land weht.“

Ministerpräsident Armin Laschet glaubte an eine Chance für Jamaika: „Es wäre möglich gewesen. Es war mühsam, es hätte auch für Nordrhein-Westfalen eine Menge Einschränkungen bedeutet, wenn Sie z. B. an die drastische Einschränkung der Kohle denken – das war immer ein Kompromiss. Aber ich habe für mich gesagt, du kannst jetzt nicht an der Diskussion über ein Gigawatt ein solches Projekt scheitern lassen“, so Laschet.

„Mein Eindruck war, dass seit Beginn dieser Verhandlungen eigentlich jede Partei in allererster Linie darauf geachtet hat, wie sie aus dieser Geschichte rauskommt. Das ist der Vorwurf, den ich machen will, nämlich, dass es nur sekundär ums Land ging. Sondern es ging darum, wie kommt meine Partei… am besten raus. Ich habe es mir zufällig nachts live angeschaut und ich fand es schon am Rande der Comedy“, ärgert sich Heidel.

Wie sind denn die Aussichten, dass es eine Groko geben wird? „Das ist zwar im Moment nicht das beliebteste Projekt, aber wenn die größte Übereinstimmung da ist… Es können ja auch nicht alle sagen, wir wollen nicht regieren… Ich hoffe, die SPD gibt sich den Ruck und dann muss man sehen, was zu bewegen ist… Ich hoffe, dass wir vielleicht zu Beginn des neuen Jahres konkret eine neue Regierung bekommen“, sagt der NRW-Ministerpräsident.

Vor einem Jahr wurde Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt. Wie fällt die Bilanz bisher aus? „Es ist fast schon Realsatire“, so Tawil. „Dass er das Jahr übersteht, hätte ich niemals für möglich gehalten“, wundert sich Cantz. Auch Nordkorea sorgt mit Kim Jong-un für Ängste bei den Menschen: „Das große Problem ist, dass diesen Kameraden niemand einschätzen kann. Der wirkt auf mich total unberechenbar. Und da hat man schon das Gefühl, wenn er mal schlecht gelaunt ist, drückt er vielleicht auf irgendeinen Knopf. Er hat ja Spaß daran, wenn über Japan die Raketen fliegen“, merkt Heidel an.

Wie wichtig sind die Stimmen von Politikern und Prominenten in dieser weltpolitisch schwierigen Zeit, in der auch der Terror häufig das Geschehen bestimmt? „Als ich mein Album geschrieben habe, habe ich es auch als wichtig empfunden, dazu Stellung zu nehmen. Ich habe ein Lied geschrieben, das ‚Gott steh mir bei‘ heißt, in dem es darum geht, dass Religion in allererste Linie Privatsache ist. Das war für mich schon ein Schritt, Stellung zu beziehen und Haltung zu zeigen. Ich habe das aber als meine Verantwortung angesehen. Es ist wichtig, dass die Künstler im Land dazu Stellung beziehen und sich nicht der Verantwortung entziehen“, erzählt Tawil.

„Ich merke bei mir, je älter ich werde, desto politischer bin ich geworden… Ich finde auch, dass man sich heutzutage äußern muss, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Die Möglichkeit haben wir wenigstens, das ist ja gut. Die Leute hören uns sogar zu und das ist toll“, so Cantz.

Auch die Musik des Jahres gehört natürlich in einen Jahresrückblick: „Ich höre, das, was läuft – zeitgemäß. AC –Adult contemporary nennt man das, glaube ich, beim Radio“, verrät Laschet. „Ich habe viel Radio gehört. Es kamen ein paar gute Alben raus. Gerade jetzt mit Alina – eine Newcomerin, die auf Deutsch singt. Absolute Beginner, Matrira – da waren ein paar gute Sachen dabei“, so Tawil. „Meine Mama wurde 80 und ich habe ein Video aus ihrem Leben zusammengestellt und habe ein Lied gesucht. Gefunden habe ich dann Adels Lied‚ Du bist eine Sensation‘. Das war sehr ergreifend dieses Lied… In der Geburtstagsgesellschaft hatten alle Tränen in den Augen“, erzählt Heidel.

Die guten Vorsätze bzw. Wünsche für 2018 dürfen in einem Jahresrückblick-Interview natürlich auch nicht fehlen: „Ich habe gar nicht so viele Vorsätze. Wie jedes Jahr – mehr Sport machen, aber das endet wahrscheinlich auch wie jedes Jahr. Irgendwie geht es dann im Karneval unter“, so der NRW-Ministerpräsident. „Etwas mehr Zeit für das Private und etwas bewusster leben“, wünscht sich Adel Tawil. „Immer am 31.12. um 24.03 Uhr nehme ich mir vor – mit meiner Frau zusammen – einen Bootsführerschein zu machen. Und das auch schon seit 12 Jahren. Ich nehme mir das wieder vor, vielleicht klappt es irgendwann“, verrät Guido Cantz. Christian Heidel erzählt zum Schluss, dass es mit den Vorsätzen bei ihm immer so eine Sache sei: „Ich habe in aller Regel nie etwas davon eingehalten. Mir ist es extrem wichtig, dass es meiner kleinen Tochter, meinen großen Kindern natürlich auch, gut geht und dass ich noch ein bisschen mehr Zeit mit ihnen verbringen kann.“

Das Interview läuft heute Abend ab 19.00 Uhr bei den NRW-Lokalradios. Bitte beachten Sie, dass Antenne Düsseldorf das Interview zeitversetzt ausstrahlt.

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