Angela Merkel im Gespräch mit den NRW-Lokalradios
Die Bundeskanzlerin im Interview: Die Wahl ist noch nicht gelaufen

Oberhausen, 15. September 2017
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich den Fragen von Nachrichtenchef Marc Weiß und gab einige Einblicke in den CDU-Wahlkampf und die Themen, die sie derzeit bewegen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

In einer Woche ist der Wahlkampf zu Ende? Wie lange hätten Sie noch weitermachen können? Es ist ja schon sehr anstrengend – gerade in den letzten Wochen.
„Naja, wenn es um die physischen Möglichkeiten geht, hätte ich schon noch ein bisschen weitermachen können. Aber so ein Wahlkampf ist ja aufgebaut auf den Wahltag hin und deshalb ist dies jetzt die Schlussphase, die entscheidende Phase, denn viele haben sich noch nicht entschieden und die Wahl ist noch nicht gelaufen“, so die Bundeskanzlerin.

Die Union liegt derzeit mit deutlichem Vorsprung vor allen anderen Parteien. Macht das den Wahlkampf etwas entspannter für Sie?
„Nein, überhaupt nicht, im Gegenteil: Ich mag das überhaupt nicht, wenn erzählt wird, dass die Wahl entschieden sei. Das mögen die Bürgerinnen und Bürger, glaube ich, auch nicht. Ich weiß ganz genau, dass wir weiterkämpfen müssen, dass viele sich erst in den letzten Tagen entscheiden. Und es geht um Stabilität und Sicherheit für unser Land. Wir können uns jetzt Experimente nicht erlauben. Deshalb ist es nicht gut, dass die Sozialdemokraten Rot-Rot-Grün nicht ausgeschlossen haben. Ich werde um jede einzelne Stimme weiter werben und das mache ich auch mit Freude“, betont Angela Merkel.

Sie geben Interviews bei YouTubern und haben kürzlich die Gamescom in Köln eröffnet. Haben Sie auch eine Playstation zu Hause?
„Nein, eine Playstation habe ich nicht zu Hause. Aber ich habe mich immer, wenn die neuen technischen Entwicklungen da waren, herangetastet. Ich hatte sehr früh schon mal ein Interview mit LeFloid… oder ein Google-Hang-Out. Solch Dinge habe ich immer mal gemacht, um einfach auch Zugang zu dieser Welt zu bekommen… Ich finde, wir haben doch den Auftrag, möglichst viele Menschen zu erreichen. Und der technische, der digitale Fortschritt ist massiv und deshalb müssen wir uns auch immer neuen Medien öffnen. Vor acht Jahren habe ich mich natürlich noch nicht mit Instagram beschäftigt, aber jetzt gehört das dazu“, so die Bundeskanzlerin im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Was ist Ihre Lieblings-App?
„Im Augenblick die CDU-App. Ansonsten schaue ich mir aber auch gerne Sport-Apps an“, verrät Angela Merkel.

Stichwort Diesel-Skandal. Sollte man sich jetzt eigentlich noch einen Diesel kaufen oder nicht? Was ist Ihre Empfehlung?
„Ich kann auf jeden Fall einen EURO-6D-Diesel uneingeschränkt empfehlen, ohne dass ich mich jetzt in Produktwerbung einschalte. Das sind neue, sehr moderne Dieselautos, die auch klimafreundlich sind. Wir haben immer dafür geworben, dass CO2 reduziert werden soll, da ist der Diesel einfach besser… Man kann in Zukunft auch stärker an alternative Antriebe denken. Zumindest Hybridfahrzeuge sind, glaube ich, schon recht gut. Und wir müssen jetzt auch in aller Schnelligkeit die Ladeinfrastruktur ausbauen, insbesondere in den Ballungsräumen, um auch die Attraktivität von Elektroautos zu steigern“, sagt die Kanzlerin.

Die Lage in Nordkorea ist ernst und beunruhigend. Fast wöchentlich scheint man dort Raketen zu testen. Jetzt haben Sie sich in einem Zeitungsinterview als Vermittlerin angeboten. Hat sich daraufhin schon jemand bei Ihnen gemeldet?
„Ich habe deutlich gemacht, dass wir nach Jahren – es hat ja sehr, sehr lange gedauert – ein Iran-Abkommen abschließen konnten. Und dass nach meiner Meinung für die Frage Nord-Korea nur eine diplomatische Lösung in Betracht kommt. Also muss gesucht werden: Wie kommen wir wieder ins Gespräch? Es gab ja früher solche 6+1-Gespräche, die sind dann versiegt. Ich bin schon im Gespräch mit den verschiedenen Regierungschefs – auch in der Region – wie man wieder einen solchen Anfang finden kann… Außerdem gibt es etwas, dass Südkorea und uns verbindet – das ist der Wunsch nach Einheit Koreas, der von Südkorea immer wieder deutlich gemacht wurde. Und deshalb schaut man auch auf Deutschland, wie wir unsere historische Herausforderung – die Teilung – bewältigt haben… Wenn da Möglichkeiten bestehen, werden wir uns einbringen, aber leider sind wir noch nicht soweit“, so Angela Merkel.

Die NRW-Lokalradios führen im Rahmen der Bundestagswahl Interviews mit den Spitzenkandidaten, deren Parteien im Bundestag bereits vertreten sind, und/oder aussichtsreiche Chancen auf den Einzug in den Bundestag nach dem 24. September haben. Das gesamte Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel senden die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 19.00 und 20.00 Uhr*.

* Wird nicht von allen NRW-Lokalradios in vollem Umfang und zeitgleich übernommen.

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