Katrin Göring-Eckardt zu Gast bei den NRW-Lokalradios
Grünen-Spitzenkandidatin im Interview: Die Bundestagswahl 2017 „ist eine Richtungsentscheidung für die Republik“

Oberhausen, 22. August 2017
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Heute war die Spitzenkandidatin der Bündnis 90 / Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, zu Gast. Im Gespräch mit dem Leiter des Landtagsstudios Düsseldorf, José Narciandi, gab sie einige Einblicke in den Grünen-Wahlkampf und die Themen, die sie bewegen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

Ihre Aussage aus März 2017 „Wir werden nicht gerade als der heiße Scheiß der Republik wahrgenommen“ hat für viel Wirbel gesorgt. Wie bewerten Sie diesen Satz aus heutiger Sicht?
„Ja, das hat sich geändert, muss man sagen, das ist in der Zwischenzeit wirklich ganz anders geworden. Von Dieselskandal über Gifteier bis hin zu der Frage, wie das mit dem Nitrat im Trinkwasser ist – die grünen Themen sind jetzt doch der heiße Scheiß. Wer hätte das gedacht?“ Bereut hat Katrin Göring-Eckardt diesen Satz nicht: „Es war die dritte oder vierte Nachfrage in der Bundespressekonferenz und dann habe ich einfach gesagt, was mir ins Hirn schoss“, so die Spitzenkandidatin.

Sie wollen ab dem Jahr 2030 nur noch emissionsfreie Autos neuzulassen. Das ist schon in 13 Jahren. Ist das ein realistisches Ziel?
„Die letzten Wochen machen mich immer sicherer, dass es passieren wird und passieren muss. Wenn man mal in die Forschungsabteilungen unserer Automobilkonzerne geht und mit den Ingenieuren redet, dann sagen die: ‚Das gibt es schon längst, das könnte es schon längst geben.‘ Ob das ein Elektro- oder ein Wasserstoff-Auto sein wird, das will ich jetzt nicht entscheiden, das soll die Automobilindustrie entscheiden. Ich habe aber den Eindruck, sie brauchen eine klare Ansage und ein klares Enddatum. Sonst geht das Gewürge und Gewackel, das wir gerade erleben, weiter… Ich möchte, dass die neuen Autos der Zukunft weiter in Deutschland gebaut werden“, wünscht sich Katrin Göring Eckardt.

Derzeit wirkt der Bundestagswahlkampf noch ein bisschen lahm. Man hat den Eindruck, die Bürger interessieren sich nur, wie hoch das Wahlergebnis der Bundeskanzlerin am Ende ausfallen wird. Beängstigt Sie diese Zuspitzung?
„Nein, die zugespitzte Frage wird im September eine andere sein. Die wird sein, in welche Richtung die Republik geht. Und das wird sich an den kleinen Parteien entscheiden. Deswegen ist das mit dem dritten Platz nicht eine Wettbewerbs oder Schönheitsfrage. Sondern man kann entweder die Kohle bekommen oder den Klimaschutz. Man kann entweder soziale Gerechtigkeit, Zusammenhalt, Kinderarmutsbekämpfung bekommen oder mehr Mini-Jobs, mehr Leiharbeit, mehr Arbeitszeit für alle. Man kann entweder eine Partei bekommen, die sagt, Europa muss zusammenhalten und die Flüchtlingsfrage gemeinsam klären und solidarisch sein oder eine Partei, die sagt, lass doch Griechenland raus aus dem Euro. Diese Entscheidung wird sich zwischen der FDP und Bündnis 90 / Die Grünen abspielen. Das ist die Zuspitzung, die ich im Herbst erwarte. Das ist eine Richtungsentscheidung für die Republik. Ich glaube, an der Stelle werden die Wahlen sehr spannend“, so die 51-Jährige im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Machen Sie sich Hoffnung, mitregieren zu können?
„Das ist das, was wir wollen. Und es ist auch mal wieder Zeit dafür, dass Bündnis 90 / Die Grünen mitregieren“, sagt die Spitzenkandidatin der Grünen selbstbewusst. Auf die Frage, mit wem die Grünen am liebsten regieren würden, bleibt sie allerdings vage: „Darum geht es ja nicht. Es geht am Schluss um ein Wahlergebnis und um Klimaschutz… Es wird mit allen schwierig werden. Deswegen kommt es darauf an wofür und nicht mit wem. Es werden alle Gespräche hart werden – die mit Horst Seehofer, aber übrigens auch mit Martin Schulz, wenn wir über Braunkohle und Kohlekraftwerke streiten. Und die mit Sahra Wagenknecht, die Herrn Lindner applaudiert, weil die Annexion der Krim einfach mal eben hingenommen werden muss, werden auch hart werden, wenn es dazu käme.“ Und was wird passieren, wenn es rechnerisch, aber inhaltlich nicht passt? „Wir reden – nicht mit der AfD, das versteht sich von selbst –, und wir werden es versuchen. Aber wir werden nicht Regieren um jeden Preis“, verspricht Katrin Göring-Eckardt.

Die NRW-Lokalradios führen im Rahmen der Bundestagswahl Interviews mit den Spitzenkandidaten, deren Parteien im Bundestag bereits vertreten sind, und/oder aussichtsreiche Chancen auf den Einzug in den Bundestag nach dem 24. September haben. Das gesamte Interview mit Katrin Göring-Eckardt senden die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 19.00 und 20.00 Uhr.

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