NRW-Lokalradios: Jahresabschluss-Interview mit Hannelore Kraft
NRW-Ministerpräsidentin im Gespräch mit Moderator Marc Weiß über das Jahr 2015

Oberhausen, 21. Dezember 2015
Heute war die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu Gast bei den NRW-Lokalradios. Gemeinsam mit Moderator Marc Weiß blickte sie im Interview auf ein ereignisreiches Jahr 2015 zurück.

Zur heute verkündeten 8-jährigen Sperre von Joseph Blatter und Michele Platini sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: "Was mich daran erschüttert sind manche Äußerungen, die da kommen. Es ist für mich unvorstellbar, so nach dem Motto, das regeln wir alles im Fußball unter uns und da haben weltliche Gerichte nichts mit zu tun. Das zeigt auch eine Menge über das Selbstverständnis dieser Herrschaften und ich finde, damit muss endlich Schluss sein."

Aber auch in Deutschland schockte die DFB-Affäre, bei der es um die angeblich gekaufte WM 2006 in Deutschland ging. Aus Sicht von Hannelore Kraft hat das Sommermärchen aber weiterhin Bestand: "Es bleibt das Sommermärchen, das ist völlig klar. Und trotzdem ist man manchmal erschüttert darüber, wie offensichtlich solche Strukturen nicht funktioniert haben. Also die Pressekonferenzen, die man da miterleben durfte, da musste ich doch zwischendurch schmunzeln… Aber das ist alles nichts gegen die FIFA", so die Ministerpräsidentin.

Die Flüchtlingsthematik in allen ihren Facetten gehörte natürlich zu den zentralen Themen in diesem Jahr. In der EU nehmen es nicht alle Staaten so genau mit der europäischen Solidarität. Hier ist Hannelore Kraft enttäuscht: "Ich bin überzeugte Europäerin und ich muss sagen, das macht mich unglaublich wütend. Europa ist ja mehr als ein Kreis von Staaten, die wirtschaftlich eng zusammenarbeiten. Europa ist für mich auch immer eine Wertegemeinschaft gewesen. Diese Werte werden da gerade nicht respektiert, sie werden nicht gelebt. Das ärgert mich wahnsinnig. Ich glaube, hier muss dringend etwas geschehen. Es finden ja im Moment noch Gipfel statt und ich hoffe, dass wir da zu besseren Lösungen kommen. Aber das kann so nicht bleiben", so Kraft im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Der SPD-Parteitag hat für Parteichef Sigmar Gabriel kein besonders überzeugendes Wahlergebnis gebracht. Wie sieht Hannelore Kraft eine potentielle Kanzlerkandidatur des SPD-Parteivorsitzenden? "Er ist der Parteivorsitzende, er hat das erste Zugriffsrecht. Wir werden das vor der Wahl rechtzeitig entscheiden. Aber dieser Parteitag hat auch ein bisschen zur Klärung beigetragen. Auch das ist manchmal wichtig. Wir sind eine sehr stark Inhalte bezogene Partei und wir haben ein großes Spektrum, das wir abdecken und da müssen manchmal auch inhaltliche Fragen geklärt werden", sagt die Ministerpräsidentin im Gespräch mit Marc Weiß.

Für das kommende Jahr hat die Ministerpräsidentin natürlich auch Wünsche: "Ich hoffe, dass wir das weiterhin schaffen mit den Flüchtlingen. Das ist nach wie vor eine Herausforderung. Und Integration muss gelingen, das haben wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Wir sind hier frühzeitig am Start – mehr Lehrerstellen, mehr Kita-Plätze, mehr Polizei, mehr Justiz. Also wir tun, was wir können, auch bei Wohnraum, der geschaffen werden muss, versuchen wir zu helfen. Aber wichtig ist, dass wir uns nicht nur um die Flüchtlinge kümmern, sondern auch den Rest der Bevölkerung nicht vergessen und unsere Aufgaben weiter angehen – ob das die Breitbandversorgung ist oder die Verkehrsinfrastruktur. Wir lassen da nichts liegen. Wir tun das eine, ohne das andere zu lassen", so Ministerpräsidentin Hannelore Kraft abschließend.

NRW-Ministerpräsidentin im Gespräch mit Moderator Marc Weiß über das Jahr 2015
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