Sahra Wagenknecht im Interview bei den NRW-Lokalradios
Die Spitzenkandidatin der LINKEN zum TV-Duell: „Das war ein Trauerspiel“

Oberhausen, 7. September 2017
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Dieses Mal war die Spitzenkandidatin von Die LINKE, Sahra Wagenknecht, zu Gast. Im Gespräch mit Moderatorin Nina Tenhaef gab sie einige Einblicke in den Wahlkampf der LINKEN und die Themen, die sie politisch und privat bewegen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

Sind Sie eigentlich traurig, dass Ihre Partei keinen Kanzlerkandidaten hat bzw. Sie nicht zur Kanzlerkandidatin gemacht hat?
„Wenn wir deutlich stärker wären, hätten wir das gemacht. Aber als 10-Prozent-Partei ist das eben schwierig. Wobei es natürlich ein Problem für die Demokratie ist, wenn wir jetzt eine Kanzlerin bzw. einen Kanzlerkandidaten haben, deren Unterschiede man mit der Lupe suchen muss. Dieses Kanzlerduell war ein Trauerspiel, das war doch eine Harmonierunde. Man war schon froh, dass die sich am Ende nicht noch umarmt haben… Das ist natürlich keine Demokratie, wenn am Ende die Auswahl zwischen zwei potenziellen Kanzlern da ist, die eigentlich für die gleiche Politik stehen“, ärgert sich Sahra Wagenknecht.

Was würden Sie denn als erstes verändern, wenn Sie Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland wären?
„Da gäbe es natürlich ganz viel, was man machen müsste. Aber ich finde, ganz dringend ist es, dafür zu sorgen, dass dieser riesige Niedriglohnsektor, den wir in Deutschland haben, eingedämmt wird. Also Leiharbeit, Befristungen ohne Grund, Werkverträge – das ist ja alles gesetzlich ermöglicht worden und ich finde, diese Gesetze waren falsch, die muss man zurücknehmen. Was ich auch ganz wichtig finde: Wir müssen unbedingt in den Wohnungsbau investieren, d. h., wir müssen die Situation beenden, dass man in großen Innenstädten als Normalverdiener eigentlich keine Wohnung mehr findet. Als dritten Punkt: … Wir müssen natürlich deutlich mehr Geld für unsere Bildung ausgeben. Es ist doch eine Schande, dass sich ein so reiches Land wie Deutschland eine Situation leistet, wo Kinder in maroden Schulen lernen und wo oft wegen chronischen Lehrermangels der Schulstoff nicht geschafft wird“, so die Spitzenkandidatin von Die LINKE.

Wie leben Sie Gerechtigkeit ganz privat? Spenden Sie einen Teil ihres verdienten Geldes, unterstützen Sie soziale Projekte oder geben Sie Obdachlosen Geld, wenn Sie darum gebeten werden?
„Das ist ja das Mindeste. Aber das ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dass man die Obdachlosen-Zeitung kauft, wenn jemand dasteht. Die kaufe ich selbstverständlich. Natürlich spende ich auch. Über 8.000 netto im Monat habe ich nicht, so reich bin ich dann auch nicht. Aber ich habe ein gutes Einkommen, natürlich. Und ich finde, dann ist man auch verpflichtet, Initiativen zu helfen, die sich z. B. für soziale Belange einsetzen, oder auch international für die Welthungerhilfe… Ich mache ja diese Politik, damit ja eben – zumindest in unserem Land – nicht mehr so viele Menschen abgehängt werden“, verspricht Sahra Wagenknecht im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Es gibt eine Umfrage, in der gefragt wurde „Mit wem würden Sie gerne einmal Grillen?“ Platz 1 belegt dort Angela Merkel, Sie belegen Platz 6 gemeinsam mit Heidi Klum. Wie finden Sie dieses Ergebnis?
„Das ist ja witzig. Obwohl, ich bin gar nicht so eine gute Grillmeisterin. Aber ich esse gerne Gegrilltes. Ich lasse dann meistens für mich grillen, da bei mir selber immer alles anbrennt, ich bin da nicht so talentiert“, verrät die 48-Jährige. Einen Grillabend zusammen mit Heidi Klum könnte sich Sahra Wagenknecht durchaus vorstellen: „Ach ja, das wäre vielleicht ja auch mal etwas Neues. Das wäre bestimmt ganz spannend.“

Im abschließenden Fragenroulette verrät Sahra Wagenknecht unter anderem noch ihre schlimmste Jugendsünde: „Als ich 16 war, habe ich das erste Mal so richtig Alkohol probiert. Das endete dann darin, dass ich an dem Abend schlicht und ergreifend ohnmächtig wurde und nach Hause getragen werden musste. Das war mir wirklich eine nachhaltige Erfahrung, dass ich so etwas nie wieder gemacht habe.“

Die NRW-Lokalradios führen im Rahmen der Bundestagswahl Interviews mit den Spitzenkandidaten, deren Parteien im Bundestag bereits vertreten sind, und/oder aussichtsreiche Chancen auf den Einzug in den Bundestag nach dem 24. September haben. Das gesamte Interview mit Sahra Wagenknecht senden die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 19.00 und 20.00 Uhr.

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