Christian Lindner im Gespräch mit den NRW-Lokalradios
FDP-Spitzenkandidat: „Amtierende Bundeskanzlerin steht mir näher als ihr Herausforderer“

Oberhausen, 15. September 2017
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Auch FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner stellte sich den Fragen von José Narciandi, Leiter Landtagsstudio Düsseldorf, und gab einige Einblicke in den FDP-Wahlkampf und die politischen und persönlichen Themen, die ihn derzeit bewegen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

In den letzten Tagen kursiert ein Video im Netz, das Sie als 18-Jährigen kurz vor dem Abitur zeigt. Wenn Sie das heute sehen und hören, was geht Ihnen da durch den Kopf?
„Also, ich glaube, jeder, der so alte Bilder von sich sieht, muss über sich und die damalige Zeit lachen. Ja, ich habe als Schüler schon meine eigene Wohnung haben wollen und das eigene Auto. Und deshalb habe ich mit 18 ein Gewerbe angemeldet, weil ich nicht bei meinen Eltern Danke sagen wollte dafür. Und in eigener Sache haben wir damals die Werbetrommel gerührt, um Kunden zu akquirieren… Ich habe sieben Jahre dann daraus auch meinen Lebensunterhalt bestritten und ich bin durchaus stolz darauf, dass ich in so jungen Jahren eben auf eigenen Beinen stand. Und trotzdem meine Ausbildung und mein Studium gemacht habe und insofern auch ein Leben vor der Politik hatte, auch wenn es ein ulkiges war“, so Christian Lindner.

Hierzu passend die Frage aus dem sogenannten „Fragenroulette“ nach dem schlimmsten Outfit, das Christian Lindner je getragen hat?
„Das kann man gegenwärtig bei YouTube bzw. SternTV beobachten. Das war im Jahr 1997 – die spezielle Krawattenmode“, lacht Lindner.

Welche Musik hört der FDP-Chef privat?
„Meine eigentliche Stilrichtung ist Elektro… Das ist ein Spartengeschmack, so wie mein politischer Geschmack ja auch Sparten-Charakter hat“, verrät der FDP-Spitzenkandidat.

Die FDP will unbedingt wieder in den Bundestag. Je nach Umfrage liegt sie derzeit zwischen acht und zehn Prozent. Da könnten Sie doch schon sehr erleichtert sein oder?
„Nein, es geht bis zum Schluss und es kann noch viel passieren. Wir haben viele Unentschiedene. Deshalb glaube ich nicht, dass Siegesgewissheit ein guter Rat wäre. Und wir haben uns darüber hinaus auch noch weitere Ziele gesetzt: Wir wollen gerne ins Parlament, aber nicht um unseretwillen, sondern wir wollen ja politisch etwas bewirken. Und deshalb möchten wir dafür werben, dritte Kraft zu werden. Denn nach Lage der Dinge, wenn man die Kräfteverhältnisse in den Umfragen sieht, gibt es nur zwei Parteien, die eine Chance haben, dritte Kraft zu werden: nämlich die FDP und AfD.
Die Frage stellt sich: Wer soll die Opposition gegenüber einer erneuten großen Koalition sein? Die AfD – das wäre keine wirksame Opposition. Das sind Verschwörungstheoretiker, die beschäftigen sich nur mit sich selbst. Sie wollen Europa auflösen – das wäre für die Menschen und das Parlament nicht gut. Besser wäre es, eine Partei der Mitte wie die FDP würde die große Koalition antreiben. Und, falls wir selber Teil der Regierung wären, dann wäre wenigstens die SPD in der Opposition. Für die Funktionsfähigkeit der parlamentarischen Demokratie hat im Grunde fast jeder Interesse daran, dass die FDP dritte Kraft wird und nicht die AfD“, ist Lindner überzeugt.

Wollen Sie denn mitregieren?
„Ja, selbstverständlich. Wir sind eine Gestaltungs-Partei. Wir machen ja Politik nicht nur, um Protestnoten abzugeben. Wir wollen Gutes bewirken für das Land. Wir wollen, dass Deutschland, das Gegenwärtig sehr stark ist, diese augenblickliche Stärke nicht missversteht als Garantie für die Zukunft. Sondern wir müssen jetzt die Grundlagen dafür legen, dass auch in den 20er-Jahren auch individueller Aufstieg, Wohlstand, sozialer Frieden möglich sind… Meine große Sorge ist, dass wir nicht genug für die Bildung tun – insbesondere von kleinen Kindern… Wir wollen nicht um jeden Preis mitregieren, notfalls machen wir Opposition“, sagt der 38-Jährige.

Und mit wem würden Sie am liebsten regieren?
„Ich habe keinen Lieblings-Koalitionspartner. Wir sind ja ganz eigenständig. Aber gut: Frau Merkel will nichts, Herr Schulz will sogar zurück. Wir wollen nach Vorne – dann steht mir die noch amtierende Bundeskanzlerin doch näher als ihr Herausforderer“, so Christian Lindner im Interview mit den NRW-Lokalradios.

Die NRW-Lokalradios führen im Rahmen der Bundestagswahl Interviews mit den Spitzenkandidaten, deren Parteien im Bundestag bereits vertreten sind, und/oder aussichtsreiche Chancen auf den Einzug in den Bundestag nach dem 24. September haben. Das gesamte Interview mit FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner haben die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 18.00 und 19.00 Uhr gesendet*.

* Wird nicht von allen NRW-Lokalradios in vollem Umfang und zeitgleich übernommen.

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