Hannelore Kraft zu Gast bei den NRW-Lokalradios NRW-SPD-Chefin im Interview: „Die Zukunft liegt nicht mehr in unseren Bodenschätzen, sondern in den Köpfen unserer Kinder“

Oberhausen, 25. April 2017
Im Rahmen des Landtagswahlkampfs laden die NRW-Lokalradios die NRW-Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Interview ein. Heute war NRW-SPD-Chefin und Spitzenkandidatin Hannelore Kraft zu Gast. Im Gespräch mit Nachrichtenchef Marc Weiß sprach sie über viele Themen, die derzeit im Wahlkampf anstehen. Finden Sie nachfolgend ein paar Auszüge aus dem Interview:

Auf die Frage, wie sie auf den Ausgang der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich reagiert hat, sagt Hannelore Kraft Folgendes: „Es hat mich beruhigt, aber es wird trotzdem noch ein harter Wahlkampf werden. Erkennbar ist Frankreich gespalten. Das zeigt die Verteilung der Wahlergebnisse – auch regional. Ich habe mich dann darüber gefreut, dass die anderen, die unterlegen sind, sich für die Unterstützung von Macron ausgesprochen haben. Das wird helfen, aber dennoch werde ich dem nächsten Ergebnis entgegenfiebern.“

Macron sagt den etablierten politischen Parteien den Kampf an. Was ist davon zu halten? „Ich bin gespannt, ob und wie er das, was er zusagt, auch einhält. Auf der anderen Seite ist er ein erfahrener Politiker und er ist jemand, der für Europa steht und auch für eine starke Achse Frankreich-Deutschland. Das ist in diesen Zeiten wichtig“, so die NRW-SPD-Chefin.

Den Vorwurf, Nordrhein-Westfalen liege im Länder-Vergleich immer im hinteren Bereich des Rankings, will Kraft nicht gelten lassen: „Wir sind spitze bei der Zahl der Studierenden. Wir haben jetzt 760.000 Studierende in NRW, das in 230.000 mehr als in 2010. Ich finde, das ist schon ein Pfund. Die Zukunft liegt ja nicht mehr in unseren Bodenschätzen, sondern in den Köpfen unserer Kinder. Dafür zu sorgen, dass sie gut ausgebildet sind, hat sich gelohnt. Auch die Studiengebühren abzuschaffen – deshalb bleiben sie auch abgeschafft“, sagt die amtierende
Ministerpräsidentin.

Beim Thema innere Sicherheit sieht Kraft hingegen noch Luft nach oben: „Wir schauen auf die Kriminalitätsstatistik, da macht uns einiges Sorgen. Wir sind gut bei der Jugendkriminalität. Die ist um über 20 Prozent zurückgegangen. Wir sind schlecht bei den Einbrüchen, um nur einen Faktor zu nennen. Auch wenn wir im letzten Jahr schon einen Rückgang um 15 Prozent schon hinbekommen haben… Aber wir müssen da noch besser werden. Dafür brauchen wir aber Polizei, auch auf der Straße. Und deshalb wollen wir demnächst 2.300 (Polizisten) pro Jahr
ausbilden…“

Wie sehen die Pläne aus, wenn es nach der Landtagswahl nicht für Rot-Grün reichen sollte? „Erst einmal kämpfen wir noch drei Wochen. Wir haben ja gerade gesehen, wie unterschiedlich Umfragen und ihre Aussagekraft sind. Ich habe früher immer gesagt, es sind Wasserstandsmeldungen. Ich glaube, das sind sie nicht mal mehr. Deshalb warten wir erstmal ab. Die Wählerinnen und Wähler haben das Wort und dann muss man sehen, was geht – wie 2010 auch… Für mich ist wichtig, dass es eine starke SPD gibt, dass wir viel einbringen und von dem umsetzen können, was wir in unser Programm geschrieben haben“, bleibt Hannelore Kraft im Gespräch mit Marc Weiß im Ungefähren. Eine konkrete Koalitionsaussage hingegen war ihr nicht zu entlocken: „In dieser Phase beantworte ich überhaupt keine Koalitionsfragen. Meine Erfahrung, auch jetzt im Wahlkampf ist: die Leute sind an Inhalten interessiert… Über Koalitionen kann man erst entscheiden, wenn Ergebnisse daliegen“, so Hannelore Kraft.

Für das DFB-Pokal-Halbfinale Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt heute Abend drückt Hannelore Kraft ihrer Lieblingsmannschaft die Daumen: „Klar wird es nicht, aber ich glaube, wir schaffen es.“

Das gesamte Interview senden die NRW-Lokalradios heute Abend zwischen 19.00 und 20.00 Uhr.

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