Jahresrückblick-Interview der NRW-Lokalradios:
Armin Laschet, Atze Schröder, Joris und Norbert Dickel ziehen Bilanz über 2018

Oberhausen, 30. November 2018
Wenn das Ende des Jahres näher rückt, schaut man gern auf die Themen, die sich in 2018 ereignet haben. Auch die NRW- Lokalradios lassen das ereignisreiche Jahr Revue passieren. Als Gesprächspartner im Jahresrückblick-Interview für die NRW-Lokalradios freute sich Nachrichtenchef Marc Weiß über Ministerpräsident Armin Laschet, Comedian Atze Schröder, BVB-Legende Norbert Dickel und Singer und Songwriter Joris. Das Interview fand gestern Abend im NRW-Landtag statt. Hier einige Auszüge aus dem Interview:

Am Mittwoch fand die sechste Regionalkonferenz der CDU, dieses Mal in Düsseldorf, statt. Wie haben sich die drei Bewerber um den CDU-Parteivorsitz – Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn – verkauft? „Die war gut. Die CDU ist so etwas seit 70 Jahren nicht gewohnt. Parteivorsitzender war immer der Kanzler… und plötzlich sind da drei Leute, die sich bewerben… Wir mussten immer größere Säle suchen. Hier war es jetzt die Messehalle in Düsseldorf mit 4.000 Leuten. Jeder hat für seine Ideen geworben und jeder hat seinen Beifall gekriegt“, so NRW- Ministerpräsident Armin Laschet. Wer das Rennen am Ende macht, da will sich Laschet nicht festlegen: „Das würde ich heute kaum tippen. Es ist schwer zu sagen, weil die Regionalkonferenzen und die Mitglieder nochmal etwas anderes sind als die Delegierten…Deshalb ist das Rennen in vielem wirklich offen“, so Laschet weiter.

Atze Schröder ist sehr überrascht von der CDU: „Das hätte man der CDU so gar nicht zugetraut. Das ist ja richtig gelebte Demokratie. Ich finde das ganz toll, dass man so etwas macht, um den geeigneten Kandidaten zu finden, und dass da nicht so geschachert wird. Das Procedere würde man ja eher von einer alternativen Liste oder so erwarten.“

Hätte man Verständnis dafür, wenn die SPD irgendwann die GroKo beendet? Was wäre das Beste für unser Land? „Von der SPD lesen wir ja immer neue Tiefstwerte. Irgendwann müssen sie ja mal reagieren. Also, wenn ich im Parteivorstand der SPD wäre, würde ich schon sagen, dass wir einen starken Paradigmenwechsel brauchen, sonst entgleitet uns hier alles“, ist sich Atze Schröder sicher. Armin Laschet ist sich nicht sicher, ob Neuwahlen der richtige Weg sind: „Die Frage ist, ob es dann besser wird oder ob dann das schlechte Ergebnis nochmal zementiert wird. Das Beste wäre, um auch Populisten zu bekämpfen, wenn man ein halbes Jahr lang mal gut arbeitet. Das ist eine originelle Idee (lacht), aber dann würde sich manches wieder relativieren“, so Armin Laschet. „Die Spaltung der Koalition ist eine ganz gefährliche Sache. Hier geht es immer noch um große Verantwortung… Es geht hier um ein großes Land, es geht um Europa. Es darum, dass gerade sehr viel Geschichte dabei ist, sich zu wiederholen. Und das ist eine große Verantwortung, die man nicht einfach wegschmeißen kann“, wirft Joris ein.

Horst Seehofer gehört mit Sicherheit zu den streitbarsten Politikern in 2018:
„Wenn ich politischer Kabarretist wäre, dann würde ich ihm ab und zu mal etwas überweisen. Ich würde allerdings auf den Überweisungsträger schreiben ‚Für sexuelle Gefälligkeiten‘, um ihn zu ärgern“, lacht Atze.

Wie man die Spaltung der Gesellschaft, wie sie in diesem Jahr besonders in Chemnitz deutlich wurde, verhindern kann, das ist ein Thema, das Joris sehr in diesem Jahr bewegt hat: „Für mich ist ein wichtiges Thema, dass wir als Gesellschaft nur zusammen funktionieren können. Weil es nichts bringt, wenn man große Mauern zieht und sagt ‚Chemnitz ist rechts, oder Chemnitz ist links‘. Es ist ganz wichtig zu erkennen, dass eine Gesellschaft sehr plural ist und es wichtig ist, Zeichen zu setzen“.

Die Spaltung der Gesellschaft und Rechtsradikalismus kennt Norbert Dickel auch aus dem Fußball sehr gut. Wie geht man als Verein damit um? „Ich glaube, dass alle Bundeligisten damit zu tun haben. Wir müssen hier frühzeitig aktiv werden und versuchen, natürlich mit unserer Fan-Betreuung – mittlerweile 10 Mann stark –, entgegenzuwirken und im Keim zu ersticken. Es ist für des Deutschen liebstes Kind – dem Fußball – grausam, wenn Rechte sich dort breitmachen“, so der Stadionsprecher des BVB. Halten denn andere Fußball-Fans im Stadion dagegen, wenn einige dort rumpöbeln? „Ich glaube, dass das gar nicht so einfach ist. Es sind relativ oft brutale Jungs, die mit der entsprechenden Schärfe vorgehen“, so Dickel weiter.

Das Thema Dieselfahrverbote hat die Menschen ebenfalls sehr in 2018 bewegt. Armin Laschet wollte und will die drohenden Fahrverbote unbedingt verhindern:

„Das Bundesverwaltungsgericht hat ganz am Anfang gesagt, wenn man jetzt so etwas beschließt, muss es verhältnismäßig sein und es darf nur strecken-, nicht flächenbezogen sein. Und jetzt haben wir Urteile, wo die halbe Stadt Köln, die halbe Stadt Essen gesperrt wird. Und die A40… – also die ganze Lebensader des Ruhrgebiets – zu sperren, hat mit Verhältnismäßigkeit aus meiner Sicht nichts mehr zu tun. Wir werden es gerichtlich nochmal prüfen“, so der NRW- Ministerpräsident.

Die Wünsche und Vorsätze der Gäste für das neue Jahr dürfen bei einem Jahresrückblick natürlich nicht fehlen. Joris setzt seine Musik auch in 2019 auf Platz 1: „Ich möchte weiterhin sehr, sehr viele Konzerte spielen, weiterhin das machen, was ich liebe, nämlich Musik machen. Und ich hoffe, dass ich zum ersten Mal ins BVB-Stadion gehe und dabei bin, wenn die Meisterschale hochgehalten wird. Und ich werde im Herbst auch bei Atzes Tour vorbeischauen und das neue Programm mir anschauen.“

Armin Laschet richtet seinen Blick nach Europa: „Das wird ein europäisch wichtiges Jahr. Im März verlassen die Briten aller Voraussicht nach die Europäische Union… Dann ist im Mai die wichtige Europawahl, wo es darauf ankommt, überhaupt Demokraten zu haben, die eine Mehrheit haben… Das ist keine Denkzettelwahl, wo man irgendetwas wählen kann, sondern Demokraten müssen dahingehen“, mahnt Armin Laschet.

Atze Schröder will musikalisch groß rauskommen: „Ich will Gitarre spielen lernen, viel kiten und ich gehe bei Joris aufs Konzert. Und ich möchte in Dortmund das Triple feiern.“

Für Norbert Dickel steht seine Gesundheit an erster Stelle: „Nächste Woche bekomme ich ein neues Knie… Das ist erstmal das Wichtigste. Dann hoffe ich natürlich, dass wir viele, viele Spiele gewinnen und lange oben in der Tabellenspitze bleiben.“

Das Interview läuft heute Abend ab 18.00 Uhr und am Sonntag, 2.12.2018, zwischen 12.00 und 13.00 Uhr bei den NRW-Lokalradios. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Sender den Jahresrückblick zu den genannten Zeitpunkten ausstrahlen.


Fotoquelle: Land NRW


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